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Farbe in der Stadt


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FARBE IN DER STADT
Zielsetzungen der Ausstellung

Die Idee zu dieser Ausstellung gründet auf der Beobachtung, daß das Wissen zum Thema „Farbe“ von Planern und Ausführenden durch die gewachsene Komplexität nicht immer ausreichend ist. Es bestand daher der Wunsch, einige Hintergrundinformationen zum aktuellen Farbverständnis zu vermitteln.

So erschien es wichtig, auf die große Fülle der Farbsysteme aufmerksam zu machen, die den sich ändernden Farbbegriff seit der Antike dokumentieren. Die Auseinandersetzung mit historischen und modernen Farbauffassungen ermöglicht das Verständnis für unterschiedliche kulturelle Haltungen und kann die Hintergründe vorhandener Farbkonzepte verständlich machen. Die Symbolik der hierzu eigens entwickelten FARBSPIRALE wurde dann zum Erkennungszeichen der Ausstellung.

Spannend ist es auch, sich intensiver mit der Antike und dem berühmten „Farbenstreit“ des 19. Jahrhunderts auseinanderzusetzen, ist doch unsere Wahrnehmung der Farbe „weiß“ noch immer von den scheinbar farblosen Tempeln der Griechen geprägt, wie sie sich im abgewitterten Zustand präsentieren. Die in Wirklichkeit farbige Umwelt der Griechen bleibt uns weiterhin fremd und verbirgt ungekannte Geschichten und Mythen. Allein, dieses Thema würde eine eigene Ausstellung füllen, und so haben wir es in der EINFÜHRUNG mit der Erwähnung bewenden lassen.

Schwerpunkt der Ausstellung wurde dagegen das Wissen um die theoretische und wissenschaft­liche Auseinandersetzung mit Farbe, wie sie Anfang des 20. Jahrhunderts intensiv zwischen Architekten und bildenden Künstlern geführt wurde und zu einer spezifischen Ausdrucksweise in der MODERNE führte.

Neben der Theorie zur Farbe wollten wir praktisches Wissen um die PRODUKTE, also um Pigmente, Untergründe und das komplexe Thema der Farbsysteme darstellen. Anstriche und farbige Putze sind immer noch die preiswertesten Mittel zur Gestaltung. Zur korrekten Anwendung und guten Dauerhaftigkeit gehört jedoch auch bauphysikalisches und chemisches Wissen. Die Aussagen der Hersteller müssen dabei kritisch hinterfragt werden.

In der heutigen Bauwerkssanierung und Wiederherstellung historischer Architekturen hat die Farbigkeit einen besonderen Stellenwert. So haben wir Häuser, Gebäude, Wohnanlagen und Siedlungen mit denkmalpflegerisch hohen Wert betrachtet, die besonders sorgfältig untersucht, dokumentiert und wiederhergestellt wurden. Oft waren Entwürfe erhalten, die auch die originalen Farbfassungen erkennen ließen. Trotzdem war jede Wiederherstellung auch eine WIEDERENTDECKUNG. Vielleicht kann das Wissen um diese Gebäude dazu führen zu erkennen, daß all die anderen Gebäude, die unser Stadtbild prägen, als Teil unserer Umwelt ebenfalls unserer tätigen Aufmerksamkeit bedürfen.

Ölkrise, Umweltschäden und Waldsterben haben uns aufmerksam für unsere Umwelt gemacht. Energieeinsparung, Ökologie und NACHHALTIGKEIT sind daher zu wichtigen Antworten in unserem Leben geworden. In diesem Rahmen müssen Bauprodukte, aber auch die Farbwirkungen an sich auf ihre Eignung und Zukunftsträchtigkeit untersucht und beurteilt werden.

Im heutigen Baugeschehen lässt sich eine große Materialvielfalt beobachten. Die Industrien entwickeln immer neue Produkte, fordern allerdings auch veränderte Anwendungsformen. So können heute z.B. farbige Glasfassaden einen Ort prägen und ihm einen heiteren Aspekt geben, während in der Renaissance aufwendige Marmorintarsien Fußböden zu einem Gemälde werden ließen. Der Wunsch des Menschen nach dem Schönen, dem Heiteren, dem Wertvollen lässt nicht nach, er erhält immer neue Formen und Farben. Die Ausstellung zeigt, mit welchen Konzepten zeitgenössische Architekten dem Thema BAUEN MIT FARBE begegnen und wie Gebäude entstehen, die uns und die folgenden Generationen prägen werden.


EINE WANDERAUSSTELLUNG
Konzept und Realisierung

Die Ausstellung wurde aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Keimfarben GmbH & Co KG im Oktober 2003 von diesem Unternehmen mitgetragen und finanziert.
Die Ausstellung FARBE IN DER STADT soll die Auseinandersetzung mit der Farbe im Stadtbild und in der Architektur fördern und Grundlagen für eine entsprechende Diskussion bei Bauherren, Fachplanern, Gremien und Behörden bieten.
Die Konzeption und Durchführung der Ausstellung wurde von Winfried Brenne und Anna Maske erstellt. Für die graphische Umsetzung ist Dieter Rausch (rausch.di) verantwortlich.
Kontaktadresse: Winfried Brenne Architekten, Rheinstraße 45 in 12161 Berlin, Tel 030 859 079 0.
Keimfarben GmbH & Co. KG, Keimstraße 16 in 86420 Diedorf, Kurt Völker, Tel. 0821 4802 164, kurt.voelker@keimfarben.de

Folgende weitere Firmen haben durch ihr Sponsoring diese Ausstellung möglich gemacht:
Weber + Broutin
Alcan Singen GmbH
Deutsche Werkstätten Hellerau

Die Wanderausstellung wird an unterschiedlichen Orten in Deutschland und Europa gezeigt. Der erste Ausstellungsort war im September / Oktober 2003 die „Villa Salzburg“ Weiterbildungszentrum für denkmalflege und Altbauinstandsetzung e.V.) in Dresden, wo das Weiterbildungszentrum für Denkmalpflege und Altbauinstandsetzung e.V. angesiedelt ist. Im Januar 2004 wurde sie im Rahmen der Internationalen Bau-Fachmesse "DEUBAU" in Essen, Halle 2A, gezeigt. Von Februar bis April wird sie im Architekturmuseum Schwaben in Augsburg zu sehen sein, ab Mai in der Bauhausuniversität Weimar. Weitere Ausstellungsorte folgen.

Für die gesamte, in eine Einführung und 5 Themenschwerpunkte gegliederte Ausstellung mit 37 Ausstellungstafeln, Modell, Aufstrichmustern und Farbspirale werden ca. 200 m² Fläche benötigt. Hier ist eine zusammenhängende, z.B. durch Stellwände oder Abhängungen glieder- oder separierbare Fläche ebenso gut geeignet wie mehrere Räume mit entsprechender Grundfläche. Bei kleineren Ausstellungsflächen (jedoch > 130 m²) kann die Ausstellung auch gekürzt gezeigt werden. Die Mindestanzahl der Tafeln beträgt 28.

Pro Ausstellungsort oder -region ist eine Tafel mit lokalen Inhalten vorgesehen. Sie kann im Themenschwerpunkt WIEDERENTDECKUNG oder BAUEN MIT FARBE eingefügt sein und soll einem ortsansässigen Architekten und/oder Farbgestalter Gelegenheit geben, seine Arbeit mit Farbe und seine damit verbundene Entwurfshaltung darzustellen.

Die FARBSPIRALE sollte im Eingangsbereich der Ausstellung gezeigt werden. Sie ist ihr Symbol und stellt die unendlichen Möglichkeiten von Farbe und ihren Theorien dar. Als räumliches, architektonisches Element übersetzt sie die Inhalte der Tafeln in eine nachvollziehbare, wenn auch abstrakte Realität. Auf der Spirale sind Aussagen zu ausgewählten Farbtheorien dargestellt.

Die Themenschwerpunkte sind:

EINFÜHRUNG
MODERNE
PRODUKTE
WIEDERENTDECKUNG
NACHHALTIGKEIT
BAUEN MIT FARBE

Und so gliedern sich die Tafeln:

EINFÜHRUNG
FARBE mit einer kurzen geschichtlichen Einführung seit der Antike
GRAU mit der Darstellung der Ist-Situation um 1900

MODERNE gibt eine kurze Einführung in die Farbbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
DE STIJL stellt die künstlerische und abstrakte Grundlage der Farbauseinandersetzung dar.
BAUHAUS I mit Gropius und Itten bearbeitet Farbe und Architektur in der Lehre.
BAUHAUS II mit Klee, Kandinsky und Scheper systematisiert Farbe für die Architektur.
TAUT zeigt angewendete Farbe am Bau mit ihren psychologischen und räumlichen Intentionen.
LE CORBUSIER verwendet Weiß zur Reinigung und Farbe zur Raumbildung.
STADTBILD zeigt, wie Farbe um 1930 allgemein in der Architektur verwendet wird..

Ein Modell zur Wohnsiedlung „Carl Legien“ von B. Taut in Berlin-Prenzlauer Berg ergänzt die Tafeln.

PRODUKTE gibt einen Überblick über die Entwicklung von Farbprodukten.
SYSTEME I stellt die unterschiedlichen Materialien mit anorganischen Bindemitteln vor.
SYSTEME II stellt die unterschiedlichen Materialien mit organischen Bindemitteln vor.
UNTERGRÜNDE beschreibt die von bestimmten Farbsystemen benötigten Untergründe.
MALMATERIAL betrachtet Farben als Zusammensetzung von Pigmenten und Bindemitteln.

Farbige Aufstrichtafeln mit unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften ergänzen die Tafeln.

WIEDERENTDECKUNG beschreibt Erkenntnisse zur Farbe an ausgewählten Bauten der Moderne.
REFORM stellt die diffizile Arbeit mit dem Bestand dar.
FALKENBERG zeigt ein vollständig wiederhergestellte Farb-Raumkonzeption
VILLA AUERBACH ist mit ihren Innenräumen eine echte Farb-Wiederentdeckung
MEISTERHÄUSER stellt Entwurf und Realisierung, Einheitlichkeit und Individualismus gegenüber.
WOHNANLAGE P.HEYSE ist ein städtebauliches und farbiges Statement im Berliner Blockrand.
WOHNSTADT C.LEGIEN führt einen einheitlichen Städtebau mit sehr kontrollierter Farbigkeit vor.
DRESDEN-TRACHAU ist ein farbig wiederhergestellter Stadtteil der „nicht bunten Stadt“ Dresden.

NACHHALTIGKEIT versucht, die unterschiedlichen Komponenten von Langlebigkeit zu fassen.
LEBENSZYKLEN befaßt sich mit den Aspekten von Langlebigkeit und Veränderung.
EINSATZGEBIETE beschreibt die Wertigkeit von Farbe bei Denkmal, Stadtplanung und Neubau.
ÖKOLOGIE fragt nach den Bewertungskriterien, nach denen die Wahl des Materials erfolgt.
ALTERUNG setzt sich mit Veränderungen und möglichen Schäden auseinander.

BAUEN MIT FARBE fragt nach der aktuellen Bedeutung von Farbe.
F. HUNDERTWASSER steht im populären Sinne für farbenfreudige Häuser.
H. + N. BIENEFELD sind Künstler und Architekten und verbinden beide Fähigkeiten kongenial.
H. KOLLHOFF + G. MERZ haben dem Inneren der Reichsbank eine dritte, farbige Schicht gegeben.
M. SAUERBRUCH + L. HUTTON beziehen Farbe schon in den ersten Architektur-Ideen mit ein.
G. BEHNISCH & PARTNER + E. WIESNER haben Dresden eine farbig, luftige Klinik gebaut.
J. EBLE + LASUVEDA leiten mit Farbe durch Gebäude und Siedlungen.
M. BURKHALTER + CH. SUMI bauen farbige Gebäude, die mit der Natur in Beziehung stehen.
W. BRENNE möchte die Architektur durch das Wiederbeleben der Farbe ganzheitlich bewahren.
UMWELT zeigt, wie der heutige Umgang mit Farbe das Stadtbild prägt.

Farbige Aufstrichtafeln mit unterschiedlichen Farben fordern zum „Selbst-Kombinieren“ auf.